13.05.2009 - Leipzig - Zentralstadion - AC/DC

Was kann besser sein als nach ganzen acht Jahren ein neues Studioalbum von AC/DC in Händen zu halten? Richtig, bei der Welttournee dabei zu sein und die Band einmal im Leben Live zu sehen. Wer weiß, wie lange sie das noch können, wenn sie den Albumabstand beibehalten.
Letzten Mittwoch am 13. Mai haben AC/DC ihr zweites Konzert in Leipzig dieses Jahr gegeben. Das erste Konzert war vor ca. 15k Zuschauern, dieses war im Leipziger Zentralstadion. Nach anfänglicher Angst, das Stadion würde sich nicht richtig füllen, war es nach beiden Vorbands rappelvoll. Nach der Leipziger Volks Zeitung (LVZ) waren über 50k Zuschauer im Stadion. Beide Vorbands haben ihr bestes gegeben, aber irgendwie interessieren sie nicht besonders, wenn man auf die Band wartet.
18 Uhr waren wir im Stadion und etwa eine Stunde später begannen die Vorbands, erst um 21 Uhr, es wurde langsam dunkel, kam AC/DC mit einem Intro auf allen drei Großleinwänden auf die Bühne. Ohne Begrüßung wurden sofort die Lautsprecher auf ihre Funktion hin überprüft, die Gitarren, Sticks und Mikros in die Hände genommen und “Rock ‘N Roll Train” dröhnte uns entgegen. Während des Konzerts wurden einige Songs des neuen Albums gespielt sowie alles, was man sonst noch von AC/DC erwartet hatte: “Highway to hell”, “T.N.T”, “Back in black”, “The Jack”, “Shot down in flames”, “Dirty deeds done dirt cheap” um nur einige zu nennen. Auch waren alle Elemente aus früheren Konzerten wie dem 1996 in Madrid oder dem 1991 in Donington wieder zu erkennen. Zu Beginn von “Hells Bells” wurde eine Glocke über der Bühne heruntergelassen und kurz vor Angus’ Einsatz hing Brian Johnson mit aller Kraft an ihr um sie zu läuten. Während des Konzerts erklangen ewig zu scheinende Gitarrensolos von Angus, der wieder einmal unter Beweis gestellt hat, dass man in jeder nur erdenklichen Position die Saiten vibrieren lassen kann. Auch Sänger Johnson überzeugte mit seinem typisch rauen Gesang.
Nach etwas mehr als eine Stunde gingen die Lichter aus, die Band nahm sich eine kleine Pause und sofort ging das Gewitter weiter. Die Menge war kaum noch zu bremsen und brüllte sich die Kehle aus dem Hals. Spätestens mit “T.N.T” stimmte das ganze Stadion mit Angus ein: “…Oi, oi, oi,…”. Angus spielte nicht nur mit seiner Gitarre, auch das Publikum kam nicht zu kurz. Neben dem obligatorischen Strip (siehe Fotos) wurden wir in ein Solo einbezogen. Angus spielte ein paar Töne, klappte sein Ohr mit einem Finger in unsere Richtung und deutete an, dass er uns nicht hören könne. Die Menge kreischte, er spielte wieder einige Saiten an. Damit gab er sich ein Rennen mit dem Publikum und wurde immer schneller bis nur noch Gitarrengekreische zu hören war.
Ein langer Laufsteg führte zu einer kleinen Bühne inmitten der stehende Menge. Nur für Angus natürlich. Auf einem Podest fuhr er nach oben auf die Plattform und wurde von hellen Scheinwerfern und Konfetti in grelles Licht gehüllt. Sein mehr als 15 minütiges Solo? Der Wahnsinn! Zum Abschluss erschienen drei Kanonen wie aus dem Nichts und wurden mehrmals abgefeuert, “For those about to Rock, we Salute you”!
So schnell sie auf die Bühne gekommen sind, waren sie nach zwei Stunden auch wieder verschwunden. Ein wirklich einmaliges Erlebnis, was bis jetzt kein Konzert toppen konnte, dass ich gesehen habe. Die Menge quetschte sich nun im Dunkeln aus dem Stadion, davor versuchten die Autobesitzer erfolglos von den beiden großen Parkplätzen zu kommen. Um die LVZ zu zitieren: “Das Auto-Chaos zum Schluss? Egal – AC/DC, we salute you! ”
Wir gingen mit der Menge zurück und begaben uns in unser Hotelzimmer, AC/DC Klänge weiterhin im Ohr.

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